Wer ist eigentlich Boomer?

Boomer ist der Schicksalshund.

Offiziell als Staffordshire Terrier aus dem Tierheim adoptiert, in Wirklichkeit aber ein klassischer Mischling.

Ein DNA-Test, den ich aus reiner Neugier mal hab machen lassen (Oktober 2015) hat folgendes ergeben: 20 – 36% von Boomers DNA stimmen mit der Englischen Bulldogge und dem Italienischen Windspiel überein.

Lediglich 10-19% von Boomers DNA stimmen mit dem American Staffordshire Terrier überein, im gleichen Bereich vertreten sind auch noch der Rottweiler und der Deutsch Kurzhaar.

Das ist genetisch gesehen Boomer. Ein Mix von interessanten Ahnen.

Vom Äußerlichen (Phänotyp) scheint er jedoch ein „Pit Bull“ zu sein. Die Anführungszeichen sind deswegen, da es auch die Rasse „Pit Bull“ nicht wirklich gibt. Vielmehr ist es ebenso eine Umschreibung wie „Kampfhund“ für mehrere, verschiedene Hundeschläge, die früher in der „Pit“, der Hundekampfarena, vom MENSCH zum Kämpfen missbraucht wurden. Der American Pitbullterrier ist keine vom Weltverband der Kynologen (FCI) anerkannte Rasse. Vielmehr handelt es sich beim Staffordshire Terrier und Pitbullterrier im Grunde um den gleichen Hund. Das rührt daher, dass es einst verschiedene Ansichten beim MENSCH gab….die Liebhaber wollten weg vom „Kampfhundimage“, die Möchtegernhalbstarken und Traditionalisten wollten die Geschichte nicht vergessen. So entstanden aus einem Typ Hund zwei Rassen. Nicht zu vergessen, dass einst aus dem ursprünglichen Bulldog die Pit-Staffs erst, wie etliche andere Hunderassen auch, enstanden sind.

Wer (oder was) ist also eigentlich Boomer?

Ein Pitbull? Ein Kampfhund? Ein Staff? Ein Mischling? Ein Deutsch Kurzhaar-Mix? Ein Terrier? Ein Bulldog?

Soll ich euch’s sagen?

Er ist vor allen Dingen ein Hund! Und verhält sich auch genauso.

Ein kleiner Bub, der sonst wo geboren und sonst was erlebt hat. Ich weiß darüber nichts.

Ich weiß nur, dass er schon als junger Hund ins Tierheim kam (1 Jahr). Warum?

Weil sein Besitzer ihn illegal hielt und er beschlagnahmt wurde (wegen seines Phänotyps, mehr, z.B. die Genetik, interessiert die Behörden nicht).  Dort saß er dann 2 Jahre, denn als Listenhund hat mans nicht leicht, ein Zuhause zu finden.

Er ist ein unsicherer Hund, der teilweise Probleme mit Männern hat. Er mag es nicht, wenn fremde Männer ihn einfach so anfassen (wer mag das schon?) oder scheinbar „etwas von ihm wollen“. Er fühlt sich dann oft bedroht. Nicht immer, aber manchmal kippt die Stimmung (vielleicht hat er auch einen automatischen „Arschloch-Sensor“?) Wenn man das respektiert und ihm Zeit gibt (Komm, wir beschnüffeln uns erst mal), dann ist alles gut. Ich kann es ihm nicht verübeln, wer weiß, was er erlebt hat oder wie sein Ex-Besitzer zu ihm war. Gebrannte Kinder scheuen das Feuer. Frauen findet er meist toll (ein Charmeur), Kinder interessieren ihn nicht sonderlich (die fallen ja schließlich direkt um, wenn man sie auf die boomerliche Art begrüßt).

Der Maulkorb, den er sein halbes Leben tragen musste (Sachkundeprüfung I & II mit Bravour bestanden), hat’s mit der Unsicherheit nicht besser gemacht (sie eigentlich sogar gefördert). Wie würdet ihr euch fühlen, wenn ihr den ganzen Tag mit Handschellen durchs Leben laufen müsstet und euch alle Leute anstarren?

Das ist seine Macke, aber ich kann das ab und habe gelernt damit umzugehen. Teilweise Probleme mit Männern….wer hat die nicht manchmal? 😉

Boomer ist ein ruhiger Hund, der nur wufft, wenn er auch was zu sagen hat.

Er ist ein Dickkopf, der gerne testet, ob er auf dich scheißen kann oder ob du’s wert bist. Wenn du das beweisen kannst, dann ist er dein treuer Freund und Schmusekamerad. Er schmust unheimlich gerne. Bauchkraulen geht über alles. Freudig wird sich gewälzt und geschnauft.

Er hat Arthrose (HD/ED) und eine Futtermittelallergie.

Seine Ohren (GOTT SEI DANK HAT ER DIE NOCH!!!) wackeln beim Laufen voll süß herum („Fledermausohren“).

Mit anderen Hunden hat er keine Probleme, vor kleinen quirligen Welpen hüpft er aber dennoch lieber hoch auf die nächste Bank, um sich den kleinen Minihunden zu entziehen. Auch mit ewig rumblödelnden Spaßhunden kann er nicht wirklich was anfangen (Spielen? Ich bin erwachsen!). Erst, wenn ein richtiger „Prollhund“ (ich glaube er denkt, nur die sind ihm würdig 😉 ) vorbeikommt geht die Rute hoch und man stellt sich quer um diese „Macker“ mal ordentlich abzuchecken (in der Regel passiert das nur dann, wenn andere Hunde freilaufend und nichthörend auf uns zusausen).

Er ist verfressen und sieht nur im Apportieren von Futterbeuteln einen Sinn (Ball, was soll ich mit einem Ball? Kann man den essen?).

Er ist ein kleiner Schieler wie Clarence der Löwe, tut so cool wie John Wayne, schnuppert insgeheim aber doch lieber an einem Grashalm wie Ferdinand der Stier und möchte nur seine Ruhe haben, weil die große, weite Welt so angsteinflößend ist.

Das und noch sehr viel mehr ist Boomer.

Der Schicksalshund.

17 Gedanken zu “Wer ist eigentlich Boomer?

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